Archiv für April, 2008

Geschäftsmodelle, die auf Mass Customization-Ansätzen beruhen, gibt es zuhauf. An dieser Stelle werden einfach einmal diverse Firmen, sortiert nach verschiedenen Kriterien aufgelistet.

Firmen, die belegt haben, dass die Modelle auch funktionieren:

- galleryy.net (echt Ölgemälde nach eigenen Vorlagen)
- Spreadshirt (dürfte bekannt sein)
- posterXXL (Poster nach eigenen Vorlage)
- Zazzle.com (z.B. Briefmarken mit eigenen Motiven, neuerdings zieht sogar die Post nach: www.plusbrief-individuell.de)
- LogiPrint (Visitenkarten nach eigenen Vorstellungen)

Firmen, die die hoffentlich eines Tages auch nachhaltig belegt haben werden

- Mymuesli (spätestens seit der Müslizutat „geschälte Hanfsamen“ auf der Gewinnerspur) (Interview)
- Cocktailbude.de (sympathisch) (Interview)
- MyCornflakes (Metoo von Mymuesli) (Interview)
- IQShoe (Prädikat sehr interessant)
- MeinKartenspiel.de (Kultcharakter!)
- Sonntagmorgen.com (leider noch nicht probiert)
- yourtee.de (ein zugesagtes Testpaket mit grünem Tee und Pfefferminze ist noch nicht eingetroffen) (Interview)
- Julie & Grace (hat kommerziell sicher ein sehr großes Potential) (Interview)
- Fabidoo (Spielereien mit 3D-Druckern)
- Juicywalls (endlich kann man ungestraft von den eigenen vier Wänden sprechen)
- ImageKind (Custom Framed Art)
- Mandellia (auch in Frankreich geht was)
- Boardpusher (Nischenangebot für Randsportart)

Sicherlich habe ich noch diverse Geschäftsmodelle übersehen. Gern darf über die Kommentarfunktion die kleine Sammlung ergänzt werden.

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Der Rattenschwanz der internationalen Arbeitsteilung wird immer länger. War bis vor ein paar Jahren das Offshoring in Richtung Indien oder Osteuropa zumindest im Softwaresektor noch das Nonplusultra, so gibt es jetzt mit Nordkorea einen neuen Player, der sich in die lange Reihe der internationalen Arbeitsteilung einreiht. Die Firma Nosotek ist ein Joint Venture zwischen einer westeuropäischen Firma und der einer staatlichen Organisation der Volksrepublik Nordkorea. Die Gesellschaft hat offenbar Zugriff auf die Elite der nordkoreanischen Mathematiker und Programmier. Da kommunistische Regierungen eine lange Tradition für eine gute Schulbildung und gute Universitäten haben und das Lohnniveau in Nordkorea bekanntermaßen nicht das höchste ist, dürfte von der Firma Nosotek in Zukunft sicher noch einiges zu hören sein. Übrigens ist Nordkorea bei “Software” schon jetzt ein Exportland. Es wissen vielleicht die wenigsten, aber Nordkorea exportiert Zeichentrickfilme. Hier würde mich einmal interessieren, wie die Hollywood-Studios die Abrechnung organisieren. Vermutlich steht auf den Filmen immer “Made in China”

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Ein lupenreines Long Tail-Geschäftsmodell, dass absolut den Sonderpreis “Rattenschwanz der Woche” verdient hat, weist “Julie & Grace” (Blog) auf. Hier kann man sich nach Herzenslust Schmuckstücke selber entwerfen und diese werden dann von dem kreativen Star-up auf Bali gefertigt und dem Kunden zugeschickt. Wollte man dieses emotionsgeladene Geschäftsmodell auf etwas profane Art und Weise beschreiben, dann würde man sagen Julie & Grace sei eine Art Spreadshirt für Schmuck. Genau wie die Shirt-Schmiede setzen auch die Hamburger auf das intelligente Outsourcen des Vertriebes. So genannte Botschafter können (offline) Tupperware-mäßig neue Kunden gewinnen und am Umsatz partizipieren. Kreative Schmuckdesigner können ihre Entwürfe auf einem eigenen Marktplatz zum Kauf anbieten. Hier wird Julie & Grace zu einem waschechten Business-Enabler für die Schmuckdesigner. Geschäftsmodelle dieser Art haben sicher eine gigantische Zukunft. Skalierbarkeit und Internationalisierungspotential ist gegeben. Auch die geschickte Ausnutzung der internationalen Arbeitsteilung ist sehr sympathisch gelöst. Produziert wird in Bali, weil es da eine traditionell kompetente Schmuckindustrie gibt und die Gründer gerne surfen. Angesichts des Erfolges von gallerryy.net sage ich auch Julie & Grace eine große Zukunft voraus. Ganz sicher wird es den Gründer nicht schwer fallen, Kredite der Hausbank zu bekommen oder motivierte Business-Angel zu finden. Das ganze hat einfach zu viel Sexappel: sympathisches Businessmodell, Long Tail-Appeal, Mass-Customisation. Das klingt doch wie Musik in den Ohren der Schlippsträger.

Aktuelle ist übrigens ein interessantes Interview mit Julie & Grace im Interview-Blog zu lesen!

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Soeben wurde im Interview-Blog ein Gespräch mit Daniel Stoeveken von deinfussballclub.de gepostet. Der Interview-Blogger Klaus-Martin Meyer fällt dabei wie üblich durch intelligente Fragen auf. Stoeveken gibt zu, von der bisherigen Presseresonanz durchaus überrascht zu sein. Immerhin hat es deinfussballclub.de schon vor dem Start geschafft, im Spiegel erwähnt zu werden. Der Interview-Blogger hat trotz diverser Anläufe beim Spiegel noch nicht einmal einen Leserbrief platziert (immerhin wurde das Interview in seinem Blog mit pennerVZ von Spiegel-Online zitiert). Die Marschroute von deinfussballclub.de ist auf jeden Fall klar. Daniel Stoeveken sagt hierzu:

In dem Augenblick, wo sich der 30.000 Teilnehmer anmeldet, wird die 1. Herrenmannschaft der Fortuna, die zur Zeit noch in der Verbandsliga Mittelrhein spielt, in eine Spielbetriebs-GmbH ausgegliedert. An dieser GmbH hält die Fortuna 51 % und die Mitglieder von www.deinfussballclub.de insgesamt 49%.

Das ist doch eine klare Ansage!

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Heute ereilt mich diese Email:

„We are thrilled and very proud to welcome Prime Technology Ventures as Sellaband’s new investors!
PTV’s $5,000,000 investment means SellaBand has the potential to expand and become a global player in the Music Industry. Whilst SellaBand is still an independent company, with PTV alongside we have access to the professionalism, contacts and wealth of experience they offer.”

SellaBand ist – neben mymuesli – sicher mein Lieblingsstartup. Da kann man nur gratulieren. Die Musikindustrie wird sich freuen, dass ein definitiver Hoffnungschimmer der Branche damit den finanziellen Spielraum hat, sich richtig zu entfalten. Man darf gespannt sein, was passiert, wenn die Jungs jetzt erst einmal so richtig die Muskeln spielen lassen.

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