Archiv für die Kategorie: 'Allgemein'

Mit der Crowdfunding-Kampagne bei BluePatent (Dienstleister im Bereich Patentrecherchen ist aktuell auf Seedmatch endlich einmal so etwas wie eine spannende Dynamik zu beobachten. Während die ersten beiden Finanzierungen eher lahm über die Bühne gingen, ist bei BluePatent nach nur achtzehn Tagen die Mindestzeichnungssumme um 21:09 Uhr bereits zu 128 Prozent gezeichnet, so dass davon auszugehen ist, dass die maximale Finanzierungssumme von 100.000 Euro beim aktuellen Tempo sicher in den kommenden Tagen erreicht werden sollte. Erfreulicherweise investieren erfreulich viele Crowd-Investoren mehr als die Mindestsumme von 250 Euro.
Das Geschäftsmodell von BluePatent ist offenbar hinreichend sexy, so dass das Geld lockerer sitzt als bei den ersten beiden Finanzierungen, die eher konventionelle Geschäftsmodelle aufwiesen.
Ich habe die naive Hoffnung, dass diese Begeisterung auch nach dem Investment anhält, und alles kräftig für “ihre Firma” per Blog, Facebook, Xing, Twitter und was auch immer die Werbetrommel rühren werden. Bei so vielen Investoren sollten doch einige dabei sein, die auch mal einen Auftrag an BluePatent vermitteln können. Fazit: Ich hoffe, dass nach dem Crowdinvestment nun das Crowd-Marketing kommt.

Stichworte:

Die Fair Trade Kosmetikfirma Babble & Balm hat via Crowdcube.com von insgesamt nur 82 Investoren 75.000 GBP an Funding erhalten. Ich bin einer dieser 82 Investoren, wenngleich ich lediglich 20 GBP investiert habe. Dafür bekomme ich sogar noch ein Stück Seife zugeschickt, so dass schon die erste Naturaldividende in Kürze auf den Weg gehen dürfte.
Crowdcube muss noch einige Hausaufgaben machen und noch mehr Investoren anziehen. Ich bin gespannt, ob es bei diesem Investment auch zu einem Engagement der Community zugunsten der Portfolio-Company über das Investment hinaus kommen wird. Ich habe auf jeden Fall meine Hilfe angeboten, sollte Interesse am Aufbau einer Hanfkosmetik-Linie bestehen.

Stichworte:

Der Markt für Apps wird immer stärker fragmentiert. Apple fing damit an und reklamiert nun sogar schon das Wort AppStore für sich, wenn ich die Presse richtig verfolgt habe. Mit Android kommt nun eine zweite Plattform, für die es einen AppMarket gibt, so richtig in Schwung. Bada hat einen eigenen Vertriebskanal, Blackberry hat einen und Microsoft hat einen. Samsungs Apps sollen sogar über den Fernseher nutzbar gemacht werden. Wie es mit dem Ovi Store von Nokia weitergeht ist noch nicht so recht abzusehen.
Neben den offiziellen Marktplätzen für die Applikationen gibt es aber inzwischen auch durchaus konkurrierende Marktplätze wo man seine Apps kaufen oder herunterladen kann. Daneben gibt es auch noch Angebote wo man angeblich sogar kostenpflichtige Apps kostenlos und legal downloaden kann. Ob sich solche Angebote dauerhaft halten, bleibt abzuwarten.
Die Vielfalt hat ihre Vor- aber auch ihre Nachteile. Grundsätzlich ist es für einen Entwickler natürlich ideal, wenn es einen einzigen Monopolmarktplatz gäbe und nur eine technische Plattform. So wie dies bei Apple der Fall ist. Der Kunde zieht natürlich den Wettbewerb vor. Die Vielfalt zwingt natürlich stärker zur Innovation. Dies wird sicher auch Apple bald feststellten. Es soll bereits Appentwickler geben, die sich aus dem Thema wieder zurückziehen, weil es angesichts der atomistischen Konkurrenz im iTunesStore kaum Möglichkeiten gibt, mit den Apps tatsächlich langfristig und nachhaltig seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Stichworte:

Google hat sich nicht lange Zeit gelassen. Offenbar ist man mit den Ergebnissen des Updates im den USA sehr zufrieden, so dass man auch im UK den Knopf gedrückt hat. Sicherlich wird sich da so mancher verschreckt die Augen reiben und hoffen, dass nicht wahr ist, was man da gerade sieht.
Es haben, was die Sichtbarkeit betrifft, viel von den Seiten, mit denen man gerechnet hat unter dem Update gelitten. Zu den Loosern gehören Seiten wie ciao.co.uk, dooyoo.co.uk, about.com, twenga.co.uk. Nicht ganz ins Muster meiner Meinung nach der Verlust an Sichtbarkeit bei qype.co.uk. Dort ist aus meiner Sicht sehr viel wertiger Inhalt, der sogar von Google und vielen anderen Seite angezapft wird. Es ist ja etwas komisch, dass Google die Seite weniger gut rankt, aber gleichzeitig auf die Expertise von qype an anderer Stelle, nämlich im Rahmen der eigenen Dienste vertraut.

Also viele von den Preisvergleichern oder ähnlich dürftige Contentseiten. Zu den Gewinnern dieses Ausdünnungsprozesses gehört eine Seite mit der man sicherlich weniger gerechnet hat, das ist eBay. Die will man sicher nicht wie in früheren Zeiten so oft im Index sehen.

Betreiber von Online-Shops werden sich nun ggf. genötigt sehen, die Traffikverluste durch die Preisvergleicher mit Hilfe von eBay auszugleichen.

Wie auch immer: Alle, die sich mit Suchmaschinenoptimierung befassen, werden aufgeregt beobachten, wie sich das Update weiter verhält und ob Google noch nachjustiert, bevor dieser neue Algo auf Deutschland losgelassen wird.

Stichworte:

Am letzten Samstag erhielt auch ich eines dieser etwas befremdlichen Zalando-Pakete, in denen nichts anderes war als ein Anschreiben mit der Motivation eine zu diesem Zeitpunkt noch nicht funktionierenden Urls aufzurufen.

Ein Anruf bei Zalando brachte auch keine Aufklärung. Vielmehr wurde ich aufgefordert, das Paket zurückzusenden. Eine Bestellnummer konnte ich freilich nicht angeben, weil ich ja nichts bestellt hatte. Die Telefondame wollte aber dennoch, dass ich das Paket zurückschicke. Weil Zalando aber leider kein ERETURN anbietet, verzichtete ich und hinterließ nur meine Mobilfunknummer, um wegen einer anderen Geschichte mal mit dem Marketing zu telefonieren.

Für mich war die Sache auf jeden Fall klarer, als für die vom Marketing nicht informierte Telefondame, die sich sicher war, dass es nur ein Fehler sein könne.

Das ganze ist ein Linkbait.

Da die Sache doch einigermaßen groß angelegt ist, kann es nicht schaden, sich einmal mit der Ökonomie dieses Linkbaits auseinanderzusetzen.

Dem Rauschen im Twitterwald nach zu urteilen, sind vermutlich so gefühlte 100 Blogger mit leeren Paketen beschickt worden. Was nebst Verpackung so 500 Euro kosten sollte. Dazu werden Schuhe im Wert von rund 3800 Euro rausgehauen, die sicher für knapp die Hälfte beschafft werden können durch Zalando. Das macht also Kosten von rund 2000 Euro. Gehälter für die sicher in Heerscharen vorhandenen Kräfte, die ein Marketing-Praktikum bei Zalando bestreiten, nicht eingerechnet.

Bis zum 9. August 2010 können nun Blogpostings geschrieben werden, in denen auf das Lieblingspaar Schuhe verlinkt werden muss. Den Kommentaren bei Zalando nach zu urteilen, dürften schon jetzt rund 350 Links generiert worden sein und zwar auf die Produktebene, wo es sonst recht mühsam ist, so viele Links zu generieren, wie man sie gerne hätte.

Bis zum 09. August sollten es dann sicher über 1000 Links sein. Das wären dann Kosten pro Link von rund zwei Euro. Das dürfte als spottbillig betrachtet werden. Sofern die 1000 Blogpostings dann noch je 100mal gelesen werden im Schnitt, dann hat man auch noch jede Menge Branding on top. Das Geld ist also exzellent angelegt.
[Umdate 29.07.2010]Angesichts dieser hohen Zahl an verweisenden Webseiten, werden sich vermutlich auch hier und da mal Spontankäufe einstelle und auch Käufe von Leuten, die bisher nicht einmal wußten, dass man Schuhe auch im Internet kaufen kann. So gesehen, käme man vermutlich selbst ohne steigende Positionen in den Serps positiv aus der Nummer raus.[Update Ende]

Ob es aber sinnvoll ist, derart öffentlich Links in diesem Umfang für jeden nachvollziehbar einzukaufen, auch wenn man es als Gewinnspiel tarnt, ist eine andere Sache. Es würde mich nicht wundern, wenn da der eine oder andere Neider oder Mitbewerber das eine oder andere Google-Formular ausfüllt.

Da ist der aktuelle Link******-Linkbait doch viel diskreter…

Stichworte: