Archiv für die Kategorie: 'Geschäftsmodelle im Long Tail'

Das in den 90er Jahren von Kari Stefansson gegründete Biotech-Unternehmen deCODE hat Insolvenz angemeldet. Stefansson hat persönlich die Verantwortung für das Scheitern seiner schon bei Gründung umstrittenen Firma übernommen und angekündigt, deCODE an die Investorengruppe Saga Invest zu verkaufen. Damit könnte der Betrieb noch rund zwei Jahre fortgeführt werden. deCODE machte internationale Schlagzeilen, weil die Firma als erste weltweit ein Monopol auf die kommerzielle Auswertung der Gendaten eines ganzen Landes nämlich Island hatte. Ziel war und ist die Entschlüsselung von Genstrukturen, die Krankheiten begünstigen oder auslösen und darauf aufbauend die Entwicklung von biotechnologischen Medikamenten. Damit ist deCODE soetwas wie die Crowdsourcing-Firma unter den Biotech-Startups.

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Seit rund einem Monat ist das iPhone nun auch im Reich der Mitte also in China zu kaufen. Noch können chinesische App-Entwickler mit dem Vertrieb von Apps über den App Store nicht reich werden. Wie allerdings in der letzten Woche im Spiegel zu lesen war, werden auch die wenigsten Entwickler hier im Westen reich mit der Programmierung von Apps für das iPhone). In China kommen aber weitere Probleme hinzu: Unerlaubte Kopien und die geringe Verbreitung von modernen Zahlungsmitteln bremsen eine rasante Weiterverbreitung der Apps.
Nach einem Artikel des Wall Street Journals arbeitet chinesische App-Entwickler daher kaum profitabel. Daher dürfte für Apple zwar ein Wachstumsmarkt sein, aber ein schwieriger. Im Westen haben Entwickler da ein ganz anderes Problem. Die Zahl der Apps ist derart rasant gestiegen, dass viele bereits den Überblick verloren haben. Die Folge sind, tolle Programme, die noch auf ihre Entdeckung warten, Doppelentwicklungen etc. Wer auf dem Long Tail surft hat es schwer, nicht nur in China!
Es ist aber eine Beruhigung, dass es auch Apple einmal schwer hat. Apple macht es ja in der Regel eher dem Rest der Welt schwer. So wird das iPhone z.B. in Deutschland nach wie vor exklusiv von T-Mobile vertrieben. Dem Handel kann da von dem Thema nur profitieren, wenn man sich auf den Vertrieb von iPhone Zubehör wie iPhone Hüllen verlegt.

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Lichtblick und VW schalten 100.000 ZuhauseKraftwerke zu einem “Long Tail of Energy” zusammen und verdienen damit eindeutig den Rattenschwanz der Woche. Mit diesem intelligenten Ansatz wird die Stromverteilungs- -produktions- und Vertriebskompetenz von Lichtblick mit der Massenhersteller-Exzellenz von VW. Per Internet und Mobilfunk werden dann die verstaubten Kellerräume von 100.000 Hausbesitzern zu einem gigantischen Schwarmkraftwerk, dass zwei fette Atomkraftwerke überflüssig macht. Wenn das keine intelligente Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft ist. Schade, dass unsere sozialistische Bundesregierung nicht eine Abwrackprämie für die Besitzer alter Heizungen erdacht hat, um zwei Millionen neue ZuhauseKraftwerke in die Keller der Deutschen zu zaubern. Das wäre ein Exportschlager gewesen. Aber stattdessen werden fünf Milliarden in den Konsum gepumpt, damit unsere Kinder die Schulden bezahlen müssen und die Schmerzen des Wirtschaftskrise in die Zukunft verschoben werden.

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In der letzten Woche habe ich nur ansatzweise erfolgreich versucht, einen Klingelton käuflich zu erwerben, ohne gleich ein Abo bis in die Steinzeit an der Backe zu haben. Was da im Angebot ist, grenzt wirklich an Kriminalität. Da wird man über adwords auf Webseiten von einzelnen Betreibern gelockt, die mehr oder weniger alles gratis suggerieren und dann kommt man auf eine Landing-Page, die gleich 3,99Euro/Woche für das Abo will.

Gelandet bin ich dann bei einem vergleichsweise bekannten Anbieter und brauchte „nur“ 2,99 Euro für einen einzelnen Klingelton zahlen. Es ist so ein real recorded Ringtone geworden, nämlich „God save the Queen“ von den Sex Pistols. Das war aber nur die zweit beste Lösung, wie die Ökonomen sagen würden, denn ich wollte eigentlich einen Klingelton Pink Floyd, den es nicht gab bei dem Anbieter.

Da muss so was wie iTures für Klingeltöne her. Ein Anbieter, der mit allen Platten-Majors einen Vertrag hat, damit man auch den ganzen Rattenschwanz von Long Tail auf sein Mobiltelefon laden kann, und das für einen festen Preis pro Klingelton von sagen wir 0,99 Cent oder so und garantiert ohne Abo-Fallen. Das wäre vermutlich auch eine gute Lösung für die Probleme der Musikindustrie, die offensichtlich ihr Potential im Klingeltonbereich noch nicht annähernd ausschöpft!

Da würde sicher gigantisch was zu verdienen sein, denn die Mehrheit der nomalen Konsumenten hat sicher Null-Bock auf diese Abo- Schlickenfängerei.

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Fotolia bearbeitet sehr Erfolgreich den Long Tail der Fotografie. Jetzt machen diese exzellenten Rattenschwanz-Surfer einen Schritt in Richtung neuer Ufer. Die Jungs starten nämlich mit dem Verkauf von Videos. Da darf man gespannt sein, ob die Erfolgsstory wiederholt werden kann. Vermutlich wird es ein wenig schwerer werden, ähnlich viele Videofilmer zu motivieren wie es bei den Fotografen gelungen ist. Andererseits hat man Startvorteile durch den erarbeiteten Bekanntheitsgrad und durch die existierenden Abrechnungs- bzw. Transaktionsplattformen.
Wir werden es beobachten.

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