Der Rattenschwanz der Fotografie
Geschrieben von: admin, in Geschäftsmodelle im Long Tail |Im aktuellen SPIEGEL ist ein interessanter Beitrag über die Long Tail-Aggregatoren der Online-Fotoagenturen wie Fotolia, die einerseits den Platzhirschen unter den Fotogroßhändlern wie Getty Images oder Corbis das Wasser abgraben und andererseits ein Möglichkeit für Hobbyfotographen bieten, sich ein kleines oder auch großes Zubrot zu verdienen. Im Mittelpunkt des Beitrages „Reichtum zum Schleuderpreis“ steht der autodidaktische ehemalige Hobbyfotograph Yuri Arcurs, der mit Hilfe seiner Bilder und Plattformen wie Fotolia, Shutterstock oder Dreamstime Millionen verdient, obwohl die einzelnen Fotos für nur wenige Euros verkauft werden. Arcus ist bei den genannten Plattformen einer der Topverkäufer. Der junge Mann beschäftigt 15 Mitarbeiter allein in Indien, die seinen Bildern den letzten Schliff geben. Vier Mitarbeiter sind damit beschäftigt, die Fotos bei den Agenturen hochzuladen und verschlagworten. Ganz sicher ist der geschäftstüchtige Fotograph aber nur die Spitze des Eisberges. Die Masse der Fotographen ist vermutlich mit ein paar Euros im Monat zufrieden.
Die Fotomarktplätze sind auf jeden Fall ein interessantes Phänomen. Das ganze könnte der vollkommenen Konkurrenz, wie sie von Ökonomen im Lehrbuch beschrieben wird sehr nahe kommen. Das hat auch Yuri Arcurs erkannt, der laut SPIEGEL bereits den Ausstieg aus der Branche plant

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13. April 2009 16:41
Ein typischer Spiegel-Artikel, der oberflächlich drüber weg hauchend die wirkliche Dramatik dieser Entwicklung verkennt. Das hat nichts mit totaler Konkurrenz zu tun, sondern mit freien Zugängen zum Markt - unabhängig von Vetternwirtschaft oder Größenwahn. Auf der Strecke bleibt niemand, im Gegenteil: zu fragen ist ganz einfach, wieviele Bilder tatsächlich noch benötigt werden und von wem und warum.
Diese Facette haben diese Schmalspurredakteure nicht mal gestreift. Ihnen reicht ein vermeintlicher Superstar und die Aussage, dass dieser Markt bald zu Ende sei. Schön, wenn viele so denken und keine Ahnung haben, warum tatsächlich so viele Sujets gekauft werden. Damit können die, die davon schon längst leben, gut leben.
Es war für mich der letzte Spiegel, den ich gekauft habe. Wenn man sich irgendwo wirklich auskennt, spürt man die dünne Luft dieser Möchte-Gern-Alles-Wisser.
13. April 2009 17:03
Hallo Hebbe,
der punkt mit der vollkommenden konkurrenz kam eher von mir. es ist richtig, dass sich die jungs auch immer nur oberflächlich einarbeiten können. glaube, dass die fotoplattformen, wenn erstmal hinreichend ausgelastet dem superstarstatus schon tendenziell entgegen wirken.
grusz
klm
18. April 2009 18:55
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24. April 2009 16:15
@klm:
Wieso glaubst Du, dass die Agenturen dem “Superstarstatus” entgegenwirken sollten? Das wäre ja kontraproduktiv, da das auch aus gutem Grund die Leute sind, die Bilder liefern, die überproportional verkauft werden. Die Bildsprache von Leuten wie Yuri oder Lisa Gagne hat sicher viele Käufer (und Fotografen) überhaupt erst von Microstock überzeugt.
24. April 2009 21:21
Die Agenturen wirken dem Superstarstatus sicher nicht aktiv entgegen, sondern das passiert durch die art der plattform von ganz allein. wenn erstmal 1.000.000 Chinesen ihre Fotos hochladen, dann werden die stars im monat halt nur noch 1.000 Fotos verkaufen und nicht vielleicht 10.000.
das ist vergleichbar mit dem LP-Zeitalter als Pink Floyd Millionen Scheiben verkaufte. Im Zeitalter von iTUnes ist dies kaum noch erreichbar. es gibt mehr sternchen, aber kaum noch die Megaseller
30. April 2009 11:28
[…] bearbeitet sehr Erfolgreich den Long Tail der Fotografie. Jetzt machen diese exzellenten Rattenschwanz-Surfer einen Schritt in Richtung neuer Ufer. Die […]