Im Moment werden in einem gefühlten Minuten-Tackt offenbar Start-ups gegründet. Manche sind richtig cool, wie z.B. die allseits beliebte Firma Mymusli, bei anderen Start-up wundert man sich, dass sich die Gründer trauen, eine simples Forum, zu einer Web 2.0-Social Community aufzublasen. Noch mehr wundert man sich, wenn man liest, dass es auch noch Hasardeure gibt, die als BA (neudeutsch für Business Angel) in solche Geschichten investieren. (fairer Weise sei gesagt, dass ich mich freuen werde, wenn ich mich ein weiteres Mal wundern darf, wenn dann aus so einer vermeintlichen Todgeburt eine Goldmiene wird).

Da in Blogs bekanntlich gern Polarisiert wird, weil wir Blogger ja geil auf Zitate sind, stelle ich an dieser Stelle einfach mal zwei Start-ups vor, das coolste und das mutigste (bitte nicht böse sein und nicht persönlich nehmen).

Zunächst das coolste. Nein, es handelt sich nicht um Mymuesli, die ja jetzt auch Hanfsamen im Sortiment haben, sondern mein Sieger ist SellaBand. Das sollte sich einfach mal jeder ansehen, ob Musikfan oder nicht. Believer einer Band zu sein, ist ein wenig wie Lotto zu spielen, ohne verlieren zu können. Man hat die Aussicht in eine Band zu investieren und sollte es einmal so was wie Pink Floyd 2.0 werden, wird man reicht. Wenn nicht, bleibt einem die Musik auf der CD. Und ein echter Fan, der will ja auch nicht in erster Linie reich werden. Auch intellektuell ist SellaBand ein Start-up, mit dessen Geschäftsmodell es Spaß macht, sich einmal genauer auseinander zu setzen. Die brauchen vermutlich nicht einmal einen BA, die haben schließlich Tausende von Gläubigen, die von Tausenden von Bands rangeschleppt werden. Hier würde ich auch investieren, allein um dabei zu sein. Genau genommen habe ich es schon. Ich bin nämlich Believer.

Richtig mutig finde ich bayanoo. Mit Hilfe dieser Plattform kann man Leute suchen und finden, die den eigenen Mobilfunkvertrag übernehmen wollen. Nicht, dass dies nicht nützlich wäre, aber der Markt ist nach meiner Einschätzung schlicht zu klein. Aus meiner Zeit bei NTplus kann ich mich erinnern, dass in einem Vierteljahr vielleicht einmal ein einziger Endkunde bei seinem Fachhändler vorbeischaute, um ein Wechselformular einzureichen.
Im Zeitalter von Discount-Prepaidanbietern und Sim-only-Tarifen, schrumpft das Potential sicher noch weiter. Mehr als einen Gründer kann das sicher nur ernähren, wenn man das Geschäftsmodell gleich auf alle Mitgliedsländer der UNO ausweitete. Aber vielleicht findet sich für die technische Plattform ja noch eine andere Anwendung. Ich drücke die Daumen.

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